Resolution des Bonner Stadtrates gegen den drohenden Berlin-Umzug des Bundesverteidigungsministeriums
Von Dorothea F. Voigtländer
Einen eindringlichen Appell richtete der Bonner Stadtrat an die Bundesregierung zur Einhaltung des Berlin/Bonn-Gesetzes im Blick auf die erneuten Forderungen seitens des Bundesministers der Verteidigung, Thomas de Maizières, sein Ministerium nach Berlin zu holen. Damit bekräftigte der Bonner Stadtrat eine gemeinsame Erklärung der Fraktionen von Rat und Kreistag - Rhein-Sieg-Kreis und Landkreis Ahrweiler, die dieses Thema bereits als Resolutionen beschlossen hatten.
„Mit Unverständnis und großer Sorge" nahm der Rat der Bundesstadt Bonn die kürzlich in einem Interview mit dem Bonner General-Anzeiger veröffentlichte Absicht von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière auf, die Vorschläge der "Weise-Kommission" zum Umzug des Bundesverteidigungsministeriums von Bonn nach Berlin offensichtlich weiterzuverfolgen. Mit seinen Umzugsbemühungen nach Berlin stelle der Bundesverteidigungsminister "eindeutig die Einhaltung des Berlin/Bonn-Gesetzes zur Disposition". Mit breiter Mehrheit (eine Gegenstimme) verabschiedeten die Kommunalpolitiker daher in der Ratssitzung vom 15. September eine Resolution "zur Zukunft des Bundesverteidigungsministeriums in Bonn und zur Einhaltung des Berlin/Bonn-Gesetzes". Gleichzeitig appellierte der Stadtrat eindringlich an die Bundesregierung, bei der Bundeswehrreform und Umstrukturierung des Bundesverteidigungsministeriums das Berlin/Bonn-Gesetz als Grundlage einer dauerhaften und fairen Arbeitsteilung zwischen Bonn und Berlin im Sinne des Bonn/Berlin-Beschlusses nicht in Frage zu stellen.
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